FSC-Kriterien und Standards

Zwölf Kriterien haben wir herausgegriffen, die als Maßstab für die FSC-Zertifizierung eines Waldes weltweit gelten. Die grafischen Umsetzungen stammen von zwölf Illustratoren aus ganz Europa, die sie für den FSC-Kalender 2009 entworfen haben.

Kalender Januar 2009

© Tatiana Arocha

FSC schützt den Wald
Intakte Wälder sind die Basis unseres Lebens. Nicht zuletzt leistet der Wald einen wesentlichen Anteil an der Reduzierung des Treibhausgases CO2, denn Pflanzen vermögen dieses mittels Fotosynthese in Sauerstoff umzuwandeln. Nur durch den Erhalt genügend großer Waldflächen ist deshalb die Zerstörung unserer Atmosphäre noch zu stoppen. Trotzdem wird weltweit immer noch Raubbau getrieben: Die fortschreitende Waldzerstörung verursacht heute rund 20% der weltweiten CO2-Erhöhung.
Der FSC ist eine gemeinnützige internationale Mitglieder-Organisation, unterstützt von allen großen Umweltverbänden und von sozial engagierten Organisationen. Er verfolgt das Ziel, weltweit eine umweltfreundliche, sozial verantwortungsbewusste und wirtschaftlich tragbare Nutzung der Wälder zu fördern. Damit trät der FSC zur Reduktion der Klimaveränderung bei.

Kalender Febraur 2009

© Rilla Alexander

FSC schützt Rechte indigener Völker
Regionen mit großem Waldvorkommen sind seit Tausenden von Jahren Heimat indigener Völker, die mit ihrer Umgebung intensiv verbunden sind. Kommerzielle Waldbewirtschaftung steht oft in scharfem Kontrast zu den Nutzungsbedürfnissen dieser Völker. Diese Konflikte treten nicht nur in den Tropen, sondern selbst in Nordeuropa mit den dort ansäßigen Samen auf. Die strengen FSC-Richtlinien bezwecken, Nutzungsrechte zu respektieren und gewährleisten so, dass die indigenen Völker ihr Leben in den Wäldern ungehindert weiterführen können.

Kalender März 2009

© Matthias Gephart

FSC sorgt für Arbeitssicherheit
Die Arbeit im Wald und mit Holz ist gefährlich. Arbeitsschutzkleidung  und Fachwissen sind nötig, um die Verletzungsgefahr beim Fällen und Rücken der Baumstämme zu minimieren. Mangelhafte Ausrüstung und Fachkompetenz haben oft verheerende Konsequenzen, denn kurze Hosen, das Fehlen von geeignetem Schuhwerk und Helmen sowie die Verwendung von Motorsägen ohne Schutz können schwere Arbeitsunfälle verursachen. Oft verfügen Unfallopfer in Entwicklungsländern über keine Sozialversicherung, so dass betroffene Familien ohne Ernährer und soziale Absicherung zurückbleiben. FSC hat länderspezifische Sozialstandards entwickelt und stellt durch regelmäßige Kontrollen vor Ort die Einhaltung dieser Vorschriften sicher.

Kalender April 2009

© Lars Henkel

FSC garantiert Kontrolle vor Ort
Nachhaltige Waldbewirtschaftung muss auf regionale Besonderheiten Rücksicht nehmen, in ihren grundsätzlichen Zielen jedoch weltweite Berücksichtigung finden, damit sie sich durchsetzen kann. Jedes Zertifizierungssystem ist nur so gut wie die Umsetzung seiner Richtlinien. Diese weltweit sicher zu stellen ist nicht immer einfach.
FSC verlangt jährliche Kontrollen, die weltweit nach dem gleichen Verfahren erfolgen. Spezialisten vor Ort überprüfen die Forstbetriebe und ermöglichen es, bei der Zertifikation dort anzusetzen, wo Verbesserungen notwendig sind. Erst dann erhält ein Betrieb das FSC-Siegel, wenn er die wesentlichen Ansprüche erfüllt. Auf diese Weise sichert FSC eine direkte Eigentümerverantwortung.

© Sebastian Onufszak

FSC verhindert den Einsatz von gefährlichen Pestiziden
Weltweit kommen in den Wäldern gefährliche Pestizide zum Einsatz, welche die Aufgabe haben, den Baumbestand vor Schädlingsbefall zu schützen. Es gilt jedoch zu bedenken, dass sie die Gesundheit von Pflanzen, Insekten und Säugetieren empfindlich beeinträchtigen.
FSC verbietet den Einsatz dieser hochgiftigen Pestizide um zu vermeiden, dass das Ökosystem belastet wird. Besitzer von FSC-Wäldern erreichen durch alternative Methoden wie etwa rechtzeitige Holzabfuhr, dass die Lagerplätze von Stämmen – die sogenannten Holzpolter – nicht gegen Borkenkäfer gespritzt werden müssen.

Kalender Juni 2009

© Arnika Müll

FSC schafft Transparenz
Ganz wichtig für das Vertrauen in FSC-zertifizierte Wälder ist nicht nur die Kommunikation der Ansprüche des Labels „FSC“, sondern ebenso die Information darüber, in welchem Grad diese Ansprüche umgesetzt werden.
Jährlich untersuchen unabhängige Zertifizierer die Qualität der FSC-Wälder. Die Ergebnisse dieser sogenannten „Audits“ werden im Internet publiziert; sie sind öffentlich zugänglich, damit sich Interessierte sowie Partnerinnen und Partner von Holzlieferanten jederzeit informieren können.
Treten in einem FSC-zertifizierten Wald Mängel auf, sind sie innerhalb einer festgelegten Frist zu korrigieren, sonst droht der Entzug des Zertifikates. Auch die Eingaben relevanter Interessengruppen – sogenannter Stakeholder, die helfen, die Waldbewirtschaftung auf lokaler Ebene zu verbessern –, werden im öffentlichen Auditbericht aufgeführt.

Kalender Juli 2009

© Phillip Fivel Nessen

Konsens als Prinzip
Die Ziele einer internationalen Organisation müssen klar und konsequent gesetzt sein, ohne dass alles über einen Leisten geschlagen wird. Ganz wichtig ist vielmehr die Rücksichtnahme auf regionale Besonderheiten.
FSC gibt einen detaillierten Rahmenkatalog vor, der auf nationaler Ebene durch Arbeitsgruppen mit konkreten länderspezifischen Inhalten gefüllt wird. Alle wichtigen Entscheidungen werden in einem demokratischen Verfahren getroffen; das gilt auf internationaler Ebene ebenso wie in den einzelnen Ländern.
Jedes Mitglied einer FSC-Arbeitsgruppe ist entweder der Umwelt-, der Sozial- oder der Wirtschaftskammer zugeordnet. Jede Kammer hat bei Abstimmungen das gleiche Gewicht. FSC stellt damit sicher, dass die wesentlichen Ansprüche an den nachhaltigen Wald gleichwertig berücksichtigt werden.

Kalender August 2009

© Judith Drews

FSC steht für ökologisches Wildmanagement
In vielen europäischen Wäldern ist heute der Rehwildbestand viel größer als früher. Der Grund dafür liegt im Fehlen natürlicher Feinde und in der Kulturlandschaft, die nur mehr wenig mit dem ursprünglichen, für das Wild viel unwirtlicheren Lebensraum zu tun hat.
Dies führt in der Forstwirtschaft zu stärkeren Wildschäden, etwa durch den Verbiss an jungen, schmackhaften Forstpflanzen, was wiederum die natürliche Verjüngung der Wälder beeinträchtigt. Um den Fraß an jungen Bäumen und Sträuchern einzudämmen und im Wald ein natürliches Gleichgewicht zu erhalten, organisieren FSC-Waldbesitzer eine geregelte Jagd.

© Steve Alexander

FSC hat natürliche Wälder zum Ziel
Ein Waldbesitzer hat Verantwortung gegenüber seiner Umwelt wie auch gegenüber künftigen Generationen. Welche Baumarten er pflanzt, ist von zentraler Bedeutung; er fällt dadurch einen Entscheid über die Waldzusammensetzung der kommenden hundert bis zweihundert Jahre.
FSC gewährleistet, dass der Schritt zu natürlichen und damit stabilen  Waldgesellschaften eingeschlagen wird. Baumarten, die nicht Teil des natürlichen Systems sind und solche, die anfällig sind für massenhaften Schädlingsbefall, werden nicht mehr angepflanzt. Oberstes Ziel ist, insbesondere vor dem Hintergrund der Unwägbarkeiten des Klimawandels, für langfristige Stabilität der Wälder zu sorgen.

Kalender Oktober 2009

© Herr Hell

FSC schützt Biotopbäume und Totholz
Totes Holz ist nicht tot. Vielmehr leben in Biotopbäumen und Totholz, also absterbenden bzw. toten Bäumen oder Teilen von ihnen, viele Tiere. Diese „Biotope“ sind deshalb von großer Bedeutung für eine gesunde und vielfältige Lebensgemeinschaft im Wald.
In FSC-Wäldern müssen alte, abgestorbene Bäume grundsätzlich im Wald verbleiben und dürfen nicht zu Brennholz verarbeitet werden. So lässt sich eine Vielfalt an Tierarten erhalten, die bei einer intensiven, einseitig gewinnorientierten Waldwirtschaft verloren geht.

Kalender November 2009

© Felix Gephart

FSC schützt gefährdete Arten
Große Waldflächen bieten einen natürlichen Schutz- und Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Einige Tierarten sind bereits vom Aussterben bedroht. Es gilt deshalb, gefährdeten Tieren ein ungestörtes Leben zu ermöglichen, damit der Fortbestand der Spezies gesichert ist.
Jeder FSC-Forstbetrieb muss nachweisen, dass gefährdete Arten im eigenen Waldbestand identifiziert werden. Für jedes Waldgebiet werden maßgeschneiderte Vorschriften erlassen, die den unbedingten Schutz dieser Arten sicherstellen. Im Extremfall kann dies einen vollständigen Verzicht auf Bewirtschaftung bedeuten. Der FSC schützt damit gefährdete Tierarten weltweit und unterstützt die Bemühungen anderer Umweltschutz- und Naturverbände.

Kalender Dezember 2009

© Martin Nicolausson

Mit „Controlled Wood“ gewährleistet FSC Mindeststandards
Besonders bei der Papierherstellung ist es immer noch üblich, nur in Teilen Zellstoff aus zertifiziertem Holzbestand einzusetzen. Dies kommt einerseits daher, dass noch nicht genügend zertifizierter Zellstoff auf dem Weltmarkt ist, andererseits werden besondere Anforderungen an das Papier und damit an den Zellstoff gestellt, denen die verfügbaren zertifizierten Rohstoffe noch nicht genügen.
Diese FSC-Produkte sind mit dem „FSC-Mix“-Siegel gekennzeichnet. Um die Glaubwürdigkeit des FSC-Siegels nicht zu gefährden, müssen die nicht FSC-zertifizierten Anteile Mindestanforderungen genügen, die folgendermaßen festgelegt sind:
- Menschenrechte dürfen nicht gebrochen werden
- illegal geschlagenes Holz ist ausgeschlossen
- gentechnisch veränderte Arten sind nicht zugelassen
- besonders schützenswerte Wälder müssen gemieden werden
- Urwälder dürfen nicht in Plantagen umgewandelt werden
Nur Holz, dessen Herkunft alle diese Kriterien erfüllt, bekommt die Zulassung „controlled wood“ und darf unter das zertifizierte Holz gemischt werden.